Öffentliche Ladeinfrastruktur in Köln: in 5 Minuten ein Ladepunkt fußläufig erreichbar
Von über zwei Dritteln der Wohngebäude aus lassen sich öffentliche Ladepunkte in unter fünf Minuten Fußweg erreichen
In der öffentlichen Diskussion zur Elektromobilität wird die Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur häufig als Engpass genannt – etwa mit Blick auf die Anzahl und die räumliche Nähe öffentlich zugänglicher Ladepunkte. Die TankE GmbH hat die öffentliche Ladeinfrastruktur in Köln auf Basis der bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) gemeldeten Daten analysiert und geografisch ausgewertet. In unsere Auswertung sind die Daten der über 2.500 bei der BNetzA gemeldeten öffentlichen Ladepunkte von 99 Betreibern im Kölner Stadtgebiet eingeflossen.
Ziel der Analyse ist es, Aussagen über die fußläufige Erreichbarkeit und die räumliche Abdeckung öffentlicher Ladepunkte in Köln zu treffen. Ein Ladepunkt gilt dabei als gut erreichbar, wenn er innerhalb von fünf Minuten zu Fuß erreichbar ist. Diese Erreichbarkeit haben wir in unserer Analyse nicht über Luftlinien-Radien ermittelt, sondern über sogenannte Isochronen, die auf Grundlage von Straßen und Wegen berechnet werden. Diese bilden die fußläufige Erreichbarkeit deutlich realistischer ab und ermöglichen dadurch eine detailliertere Betrachtung der räumlichen Abdeckung öffentlicher Ladeinfrastruktur in Köln.
Erreichbarkeit öffentlicher Ladepunkte im Überblick
Untersucht wurde, inwiefern öffentliche Ladeinfrastruktur in verschiedenen Stadtbezirken innerhalb von fünf Minuten fußläufig erreichbar ist. Dabei betrachtet die Analyse hauptsächlich Wohngebäude, öffentliche Gebäude und gewerblich genutzte Gebäude, da hier die Nähe zu öffentlicher Ladeinfrastruktur besonders relevant ist.
Wohngebäude
Über zwei Drittel (68%) der Wohngebäude in Köln verfügen über mindestens eine öffentlich zugängliche Ladestation in einer fußläufigen Distanz von unter fünf Minuten. Die Werte variieren jedoch deutlich zwischen den Stadtbezirken, wie die untenstehende Grafik zeigt.
Zudem zeigt sich eine stark negative Korrelation zwischen der fußläufigen Erreichbarkeit öffentlicher Ladepunkte und dem Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern im jeweiligen Stadtbezirk: je höher der Anteil an Ein-/Zweifamilienhäusern, desto niedriger ist der Anteil der Wohngebäude, die innerhalb von fünf Minuten einen öffentlichen Ladepunkt erreichen.
Das beutetet: Die öffentliche Ladeinfrastruktur ist besonders dort gut fußläufig erreichbar, wo die Bebauung typischerweise dichter ist. In Stadtbezirken mit einem hohen Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern liegen hingegen öffentliche Ladepunkte im Durchschnitt weiter auseinander. Zu berücksichtigen ist dabei, dass Ein- und Zweifamilienhäusern häufiger über private Lademöglichkeiten verfügen – diese Daten sind jedoch in der Auswertung nicht erfasst.
Öffentliche Gebäude
72% der öffentlichen Gebäude (z. B. Verwaltung, Schulen, soziale oder religiöse Einrichtungen, Krankenhäuser) verfügen über mindestens eine öffentlich zugängliche Ladestation in unter fünf Minuten Fußweg.
Gewerblich genutzte Gebäude
Im Bereich Wirtschaft und Gewerbe lässt sich von 61% der Gebäude mindestens eine öffentlich zugängliche Ladestation in einer fußläufigen Distanz von unter fünf Minuten erreichen.
Gute Grundversorgung – weiterer Ausbau bleibt notwendig
Die Analyse zeigt, dass ein Großteil der Einwohner in Köln über einen oder mehrere Ladepunkte in fußläufiger Erreichbarkeit zu ihrem Wohnort verfügt. Es gibt also bereits eine gute flächendeckende Grundversorgung an öffentlichen Ladepunkten in Köln.
Insbesondere in dicht besiedelten Gebieten, in denen auch ein erhöhter Bedarf an öffentlicher Ladeinfrastruktur besteht, gibt es eine sehr gute fußläufige Erreichbarkeit. Im Innenstadtbereich haben beispielsweise 98 % der Wohngebäude mindestens einen Ladepunkt in fußläufiger Erreichbarkeit von unter 5 Minuten.
In Gebieten mit einem höheren Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern sowie in Außenbezirken nimmt die fußläufige Erreichbarkeit öffentlicher Ladeinfrastruktur ab. Dennoch verfügt auch dort in den meisten Fällen mehr als jedes zweite Wohngebäude über einen öffentlichen Ladepunkt in weniger als fünf Minuten fußläufiger Entfernung.
Zu beachten ist, dass die Analyse Aussagen zur räumlichen Erreichbarkeit trifft, nicht zur tatsächlichen Auslastung oder darüber, wie viele Elektroautos einen Ladepunkt teilen. Mit weiterem Hochlauf der Elektromobilität ist eine weitere Verdichtung öffentlicher Ladeinfrastruktur dringend und notwendig.
sagt Jörn Hansen, Leiter Unternehmensentwicklung bei TankE.
Das heißt, dass trotz dieser insgesamt guten Ausgangssituation mit dem weiteren Hochlauf der Elektromobilität eine zusätzliche Verbesserung der fußläufigen Erreichbarkeit, insbesondere auch in Außenbezirken, notwendig ist. Die räumliche Erreichbarkeit ist nur einer von vielen Faktoren ist, die beim Ausbau der Ladeinfrastruktur entscheidend sind. Besonders in dichter besiedelten Gebieten mit bereits guter Erreichbarkeit wird es zukünftig darauf ankommen, die Ladeinfrastruktur anhand von Auslastungsdaten und Bedarfsprognosen weiter zu verdichten, um eine gerechte öffentliche Ladeinfrastruktur für alle zu gewährleisten.
Datengrundlage
- Datengrundlage zur Ladeinfrastruktur: BNetzA-Meldedaten zu öffentlichen Ladepunkten in Köln (Datenstand 12.01.2026)
- Datengrundlage zur geografischen Auswertung: öffentlich verfügbare Grundrissdaten, Flächennutzungspläne und statistische Daten vom Land NRW und der Stadt Köln